Unsere Geschichte

Falkenhagen

Bereits 1231 ist das Kloster Borchagen überliefert, der Ort ist unbekannt. Es ist ein Nonnenkloster. Die Schwestern leben nach der Zisterzienserregel. Bereits seit 1231 ist die Existenz einer Kirche in Valkenhagen belegt. Da die Lage des Klosters unwirtlich ist, wird es 1247 nach Falkenhagen verlegt: Das Kloster Lilienthal, gestiftet von Graf Volkwin IV. von Schwalenberg. Äbtissin des Konvents ist Kunigunde, eine Tochter von Graf Volkwin. Die Anfänge der neuen Niederlassung waren von Armut und wirtschaftlichen Schwierigkeiten geprägt. Diese Schwierigkeiten durchziehen die erste Epoche des Klosters, die der Zisterzienserinnen. 1358 führten europaweiten Pestepidemie und der Wüstfall aller hiesigen Klosterdörfer zur völligen Verarmung des Klosters. In der Eversteinschen Fehde 1407 wurde das Kloster völlig zerstört. Die damals letzten Nonnen flüchteten angesichts der kriegerischen Ereignisse in das bei Höxter gelegene Zisterzienserinnenkloster Brenkhausen.

Die Wilhelmiten, eine kurze Zwischenepoche

Die Wilhelmiten waren ein Orden, der Askese und Weltabgewandheit kannte. 1427 kamen vier Mönche dieses Ordens nach Falkenhagen. Sie versuchten, die wüste Klosterstätte zu erneuern. Nach kurzer Zeit aber gaben sie den Versuch auf und zogen sich zurück.

Eine neue Zeit: Kreuzherrenorden

1432 übernahm der Keuzherrrenorden das wüste Kloster. Die Auswirkungen der Soester Fehde 1447 und Pestumzüge machten die Aufbauarbeit des Ordens zu einer schwierigen Aufgabe. Der Männerorden aber trieb die Entwicklung voran. Um 1500 hatte das Kreuzherrenkloster seine größte Blüte erreicht. Es war autark in allen wirtschaftlichen Belangen. Im großen Klosterverband des Kreuzherrenordens war Falkenhagen der am östlichsten gelegene und mit 81 Mönchen (im Jahre 1518) größte Konvent.

Reformationszeit

Die wirtschaftliche Kraft hielt zunächst noch an. 1509 wurde das neue Dormitorium gebaut. Heute eines der ältesten Fachwerkgebäude in Lippe. Von der guten wirtschaftlichen Lage profitierte die bis dahin wüst gelegenen Klosterdörfer. Die Wiederbesiedlung erfolgte in der Zeit ab 1522 bis um 1555). 1517 kam Martin Luther zu seiner reformatorischen Erkenntnis. Seine Gedanken verbreiteten sich rasernd schnell. Bereits Mitte der 20ger Jahre hatte Lemgo eine lutherische Kirchenordnung. Die Auswirkungen der Reformation zeigten sich auch in Lippe und – nach einiger Zeit auch in Falkenhagen. Zudem ging es dem Kloster wirtschaftlich immer schlechter. 1596 war das Kloster Falkenhagen nicht mehr zu halten. Graf Simon VI. und Fürstbischof Dietrich v. Fürstenberg einigten sich auf die Auflösung, indem durch die Klosteranlage eine Teilungslinie gezogen wurde. Alles was nördlich der Linie lag (Klosterkirche und Konventsgebäude) ging an Lippe, alles was südlich lag (Wirtschaftsgebäude, Priorhaus von 1581) fiel an Paderborn. Das reformierte Bekenntnis wurde in Falkenhagen erst nach dem 30jährigem Krieg im Jahre 1649 wirksam.

Vom einstigen Gebäudebestand des Klosters überlebten die heutige Pfarrkirche, der nördliche Kreuzgang, Refektorium und Dormitorium sowie das ehemalige Priorhaus. In der Kirche zeugen die Chorfenster, das Chorgestühl und der Zelebrantenstuhl von der Blütezeit der Kreuzherrn.

Elbrinxen

Für diesen geschichtlichen Rückblick habe ich Texte und Textpassagen aus der Zeit von 1219 bis 1719 zusammengestellt. Als Vorlage habe ich mich an der Zeitschiene aus der „Dorfchronik Elbrinxen“ von 1986 von Willy Gerking orientiert.
Wenn wir vom Parkplatz zu unserer Kirche gehen, kommen wir an einem Stein vorbei. Dieser Stein wurde im Jahr 1985 vom Heimat- und Verkehrsverein aufgestellt und mit historischen Daten bestückt. Mit der Kirche, dem ältesten Gebäude im Dorf, und der zweitältesten Kirche im Stadtgebiet Lügde beginnt eine lange Geschichte. Oberhalb der Kirche, bis zum Waldrand, sollen früher Siedlungen und Einzelhöfe gestanden haben. Die Kirche lag im Mittelpunkt. Im Laufe der Jahre entwickelte sich die Bebauung am Wasser entlang. Man nutzte die Wasserkraft unter anderem als Antriebskraft für die Mühlräder. Parallel zum Wasserlauf entstand die heutige Landesstraße, eine alte Verkehrsstraße nach Preußen. In den 800 Jahren hat sich das Dorf in vielfältiger Weise gewandelt und wird dies auch weiterhin tun. Beständig geblieben ist unsere Dorfkirche und die 1000-jährige Linde.
Erinnern wir uns – an die Zeit von 1219 bis 1519
Man nennt diese Zeit auch das Spätmittelalter (weltliche Geschichte). Die Bürger lernten lesen und schreiben, mit dieser Gabe zogen sie hinaus in die Lande und trieben Handel mit anderen Städten. Die Hanse ist ein Zeugnis aus dieser Zeit. In unserer unmittelbaren Nähe liegt die Hansestadt Lemgo mit ihren Bürgerhäusern. Die Wirtschaft, der Geldhandel, sowie der Gewürzhandel mit vielen Ländern wie Holland und Kontinenten wie Südasien, Südamerika und China florierten. Der Reichtum nahm zu. Die Bauern gingen in die Städte, auf die Märkte und verkauften ihre Waren. Der Einfluss des Bürgertums fand mehr und mehr an Bedeutung. Ein Beispiel ist das Geschlecht der Kaufleute der Fugger in Augsburg. Die Fürsten liehen sich für ihre großen Bauwerke das Geld bei den Patriziern. In dieser Zeit wurde das Bankwesen und die Buchhaltung eingeführt.
Geschichte aus unserem Dorf.
1172 – Die Kirche mit Kirchturm wird auf einem romanischen Grundriss erbaut. Diese Mauern, gaben in den Jahren der Wüstungen Schutz für die Bewohner. Siedler bauen einfache Häuser. Man verzichtet auf Bequemlichkeit. Steine als Fundament, Holz und Flechtwerk aus Hasel oder Erlenruten mit Lehm verschmiert; eine Esse aus Steinen und für den Rauch ein Loch im Dach. Diese Feuerstätte war „Heizung“ und „Herd“ in Einem. Die „Bache“ mit ihren Seitenarmen bewässerte die Felder. Die Landwirtschaft versorgte die Menschen.

12. Jahrhundert – Der Lindenbaum in der Nähe der Kirche, einer der ältesten noch belaubten und wachsenden Linden wurde wahrscheinlich gepflanzt. Hinter der großen Waldung „Schwalenberger Wald“ siedelte eine Adelsfamilie aus Sachsen, Widukind der I. mit seiner Frau. Die Familie erhielt den Grafentitel bis zu ihrem Niedergang im 14. Jahrhundert. Ob der Name „Widukind-Linde“ auf dieses Geschlecht zurückzuführen ist, lässt sich nicht mit Bestimmtheit sagen. Die Bauern bewirtschafteten ihre Ländereien in Unfreiheit, d.h. in Lehn. Sie mussten Abgaben an den Lehnsherren und die Herrschaften zahlen.
1219 – in diesem Jahr finden wir das erste urkundliche Schriftstück zu unserem Ortsnamen „Elmerinchusen“, eine Siedlung süd-östlich vom Mörth. Gelegen zwischen der Grafschaft Bad Pyrmont mit einer Beziehung nach Waldeck und Schwalenberg mit einer Beziehung nach Lippe und dem Kloster Falkenhagen mit einer Beziehung nach Höxter und Paderborn. In den kommenden Jahren wechselten die Besitztümer, die Grafschaft Schwalenberg wird aufgelöst, der Besitz fällt in die Hände der „Herren zur Lippe“.
1321 – das Siegel von „Elmerinchusen“ Es zeigt das schildförmige Wappen des Rittergeschlechts – die Westfälischen Siegel aus der Zeit des Mittelalters.- Das Wappen wurde von Berthold v.Elmerinchusen. geführt. Die Farbe des Wappens ist nicht überliefert. Bei der künftigen Verwendung des alten Familienwappens hat sich das heutige Dorf Elbrinxen für schwarze Ochsenköpfe auf rotem Grund entschieden.
1358 – Die Grafschaft Schwalenberg wird geteilt. Die Einigung sah vor, dass Paderborn ein Viertel der Herrschaft Schwalenberg erhielt und die übrigen dreiviertel an die Herrschaft, den „Grafen zur Lippe“ übertragen wurde. Nachdem die Teilung geregelt war, verständigten sich die regierenden Edlen Herren Bernhard V. und Simon III. auf die Teilung des lippischen Anteils. Simon erhielt den lippischen Teil der Burg und die Stadt Schwalenberg, Bernhard das übrige Gebiet. In dieser Verschreibung wird Elbrinxen als Dorf erstmals ausdrücklich erwähnt. Es wurde an diesem Tag ein „lippisches Dorf“.
1407 – Wieder kommt es zu Unfrieden. In der „everschen Fehde“ wird das Dorf verschont. In der Nachbargemeinde Falkenhagen wird das Kloster Falkenhagen zerstört.
1439 – Das Dorf bekommt einen neuen Besitzer. Der letzte namentliche Vertreter der Familie, Cord von Elmerinchusen, lebte in Paderborn und gehört dem Domkapitel bzw. der Dom-Bruderschaft an. Ein Testament verfügt, dass die Siedlung Elmerinchusen an die Familie von Haxthausen fallen soll. 1447 – In den Kriegswirren der „Soester Fehde“, wird das Dorf zerstört und von seinen Bewohnern verlassen. Erst 1515 setzte der Wiederaufbau durch lippische Siedler ein. Im Laufe der Jahre werden 78 Familien gezählt Das Gotteshaus blieb erhalten und es gibt eine Legende, dass ein Klausner die Kirche beaufsichtigte.
Erinnern wir uns – an die Zeit von 1519 bis 1719
1519 Es beginnt die Zeit der Renaissance- und der Reformationszeit, sowie des Kolonialismus (allgemeiner Teil). Die Lehre Luthers, eine Gegenbewegung* zum katholischen Glauben ging durch ganz Deutschland und Europa. Sie spaltete Städte und Regionen; Bürgertum und Bauerntum, Herrschaftshäuser, Grafen, Bischöfe und Priester mussten sich mit der Reformation auseinandersetzen. Die Übersetzung der Heiligen Schrift konnte nun jeder lesen, sie war für jedermann da. Diese Bewegung erreichte auch unsere Region. Um Höxter mit Kloster Corvey, dem Kloster Falkenhagen bis nach Blomberg und in viele Richtungen verbreitete sich die neue kirchliche Lehre. 1609 feiert Graf Simon der VI zu Lippe das erste Abendmahl nach reformiertem Bekenntnis. Neben dem Glauben und kirchlichen Leben gab es die tägliche Arbeit und den Beruf. Erfindungen wurden gemacht: so erfand 1611 Galilei das Fernrohr. Er reiste im Frühjahr nach Rom, wo er Vorträge vor führenden Mathematikern und Astronomen hielt. Beobachtungen der gebirgigen Mondoberfläche, die Sonnenflecken, die Saturnringe und die Lichtphasen der Venus führen die Wissenschaft zu neuen Erkenntnissen.
1618-1648 tobt der 30-jährige Krieg im gesamten Deutschland und Teilen Europas. Eine bewegte Zeit: In diese Zeit fällt auch die Hexenverbrennung. Ein Zeichen dieser Geschichte finden wir im Kloster Falkenhagen. Friedrich von Spee, der einige Jahre im Kloster in Falkenhagen lebte, setzte sich gegen die Hexenverfolgung ein. Weitere Zeichen und Spuren dieser Geschichte finden wir in den lippischen Ortschaften Lemgo und Blomberg.
Geschichte aus unserem Dorf

Zurück in unser Dorf: 1519 in Elbrinxen beginnt ein „Neu-Beginn“ des kirchlichen Lebens mit Pastor Schwager. Er wird von der lippischen Kirche und deren Grafschaft eingesetzt. Die Elbrinxer Ortsgeistlichen hatten es in der Vergangenheit oft nicht leicht. Da war zum einen die Grenzlage zum „katholischen Ausland“, womit die Ortschaft „Lügde“ gemeint war, und die damit zusammenhängenden Versuche der Gegenreformation. Das Leben und Auskommen der Familien war sehr schwer und der Einfluss von Paderborn und Lippe waren überall spürbar.
1523 in dieser Zeit gab es vier Bauern, die aufgrund ihrer Größe „Landschatz“ zahlen mussten.
1536 – 1548 Das Dorf Elbrinxen brennt ab. Mit Hilfe des Klosters Falkenhagen wird das Dorf wiederaufgebaut. So finden 28 Familien ein Zuhause und beleben das Dorf.
1548 – Die „Hude“ Streitigkeiten über Gebietsansprüche auf Ländereien und Waldflächen mit der Grafschaft Pyrmont-Spiegelberg führen dazu, dass das Gebiet um den „Lüdenberg“ an die Grafschaft Pyrmont-Spiegelberg fällt.
1585 – In einem Dokument wird die „obere Mühle“ erwähnt. Das Dorf zählt um diese Zeit etwa 207 Einwohner, überwiegend Handwerker und Bauern. Zu den Aufgaben des Küsters zählte auch das Unterrichten der Kinder. Sie sollten lesen und schreiben lernen. Schon früh entstanden in der Nähe von Wegkreuzungen und Abzweigen von Haupt- Verkehrswegen Wirtschaften zum Einkehren. So wird im Jahr 1615 am „Schäferberg“ ein Krug (eine Schank-Wirtschaft) erwähnt.
In der Zeit von 1618 – 1648, dem 30- jähriger Krieg, wird das Dorf mehrfach geplündert. In großer Armut, Entbehrungen und Verlusten überstehen die Bewohner die Wirren der Kriegsjahre. Durch den Friedensschluss von Münster und Osnabrück im Jahr 1648 wird der Krieg beendet. Der Einfluss von Paderborn nimmt wieder zu. So wird im Jahr 1696 der “untere Krug“ gegründet. 1699 – die Kirche erhält die Kanzel aus der Horner Burgkapelle Diese besonders wertvolle Schnitzerei wird bereits im Jahr 1562 von dem Pfarrer „Wilhelmi“ in Auftrag gegeben. Zwei Inschriften weisen auf die Herkunft hin. An dieser Stelle lassen Sie mich einen Abstecher machen. Die Kirchengemeinde Elbrinxen besitzt seit 100 Jahre eine silberne Taufschale, die im Jahr 1912 von den Nachkommen der Familien „Wilhelmi“ gestiftet wurde. Diese Stiftung ist mit einem Zusatz verbunden: Auf Wunsch der Nachkommen der Familie „Wilhelmi“ soll bzw. wird die Taufschale ausgeliehen. Der letzte Name des Täuflings wurde im Jahr 2015 auf der Rückseite als Nachkomme der Familie eingraviert. So schließt sich der Kreis zu dem Auftraggeber der Kanzel – „Pfarrer Wilhelmi“1709 wird der Vertrag für die Glashütte „Am Hallenberg“ für Johannes Kunkel verlängert. Gläsner, Ziegler, Holzhacker, Bürstenmacher, Schmied und andere Handwerkskunst waren im Dorf ansässig.

Erinnern wir uns – an die Zeit von 1719 bis 2019
Mit der Zeit von 1719 bis 2019 beginnt die Zeit der Aufklärung, die bürgerliche und industrielle Revolution, die staatlichen und kirchlichen Strukturen verändern sich. Für die Arbeitnehmer wird die Sozialversicherung eingeführt. Der Arbeiter kämpfen um die Rechte wie: Arbeitszeit Lohn und Urlaub. Der Fortschritt zeigt sich in der Entwicklung der Photographie, der Dampfmaschine, der Glühbirne, dem Fahrrad und dem Auto, um nur einige Beispiele zu nennen. Abermals verändern sich die gewohnten Strukturen. Eine wichtige Verkehrsader, die Bahnlinie von Altenbeken über Lügde, Bad Pyrmont nach Hannover wurde gebaut. Diese Anbindung bescherte der Bäderstadt Bad Pyrmont und der Region einen großen Aufschwung. Über diese 300 Jahre berichteten auch die Collagen und die Filme in den Räumen des Heimat- und Verkehrsvereins.

/(Einleitung von Annette Tintel)

* Luthers Ansinnen war es, die katholische Kirche umzuformen, sie im Sinne Christi zu reformieren. Dieser Wunsch hat sich nicht erfüllt. So ist im Laufe der Zeit aus seiner ursprünglichen Absicht eine „Gegenbewegung“ entstanden. (Anmerkung: D. Leweke)

Protestantische Pfarrer in Falkenhagen

Nach Aufhebung des Klosters Falkenhagen im Jahr 1596 gilt die Klosterkirche als protestantisch. In den folgenden Jahrhunderten haben folgende Pfarrer ihren Dienst in Falkenhagen ausgeübt:

  • Stephan Jakobi übernahm 1592 das Amt des Gemeindepredigers und bleib bis 1597, ein Jahr nach der Klosteraufhebung.
  • Magister Johann Regius (vermutlich 1597 – 1608) betreute vermutlich von 1600 bis 1606 zusätzllich auch Elbrinxen
  • Henrich Hunäus (1608 -1626) verließ Falkenhagen unter dem Druck der Jesuiten. Bis 1633 gab es in Falkenhagen keinen protestantischen Gottesdienst.
  • Henrich Perizonius (1633 – 1637) musste Falkenhagen ebenfalls verlassen, im Dreißigjährigen Krieg wandte sich die Situation zugunsten der Katholiken, Perizonius musste fliehen.
  • Christoph Röhrendorff wirkte von 1648 – 1650 als Hofprediger auf der Burg Schwalenberg und versorgte von dort aus die Gemeinde Falkenhagen.
  • Simon Bradäus (geboren in Belle) wurde 1651 die Pfarrstelle übertragen, er blieb bis 1684 in Falkenhagen und verstarb 1685.
  • Johann Daniel Geller (1685-1691) übernahm die Pfarrstelle II in Blomberg 
  • Johann Wasmuth (1691-1708) , wechselte nach Almena
  • Hermann Dietrich Rickmeier (1708 -1722) wechselte als Generalsuperintendent nach Detmold.
  • Johann Jakob Strohe (1722-1740) sein Grabstein befindet sich im Kreuzgang.
  • Philipp Casimir Neubourg (1741-1750) verstarb in Falkenhagen.
  • Wilhelm Ferdinand Neubourg (1750-1789) wurde seinem Stiefvater 1746 zur Seite gestellt und übernahm 1750 die Pfarrstelle. Er verstarb in Falkenhagen.
  • Philipp Heinrich Althaus (1790-1818) verstarb 1819 im 81. Lebensjahr in Falkenhagen. 1817 feierte er sein 50 – jähriges Amtsjubiläum. Ebenfalls 1817 wurde die Klosterkirche restauriert.
  • Friedrich Georg Althaus (1818-1820) wurde 1811 seinem Vater als Gehilfen zugeteilt. 1837 wurde er zum Generalsuperintendenten in Detmold ernannt.
  • Friedrich Weßel (1821-1835) wechselte nach Lüdenhausen.
  • Christian Friedrich Melm (1835-1875) kam aus Augustdorf und blieb 40 Jahre lang in Falkenhagen. Er gilt als der intellektuelle unter den Pfarrern in Falkenhagen. In seine Zeit fällt die Vergrößerung des Friedhofes auf der Westseite der Kirche, der Bau der Grundstücksmauern und Umbauten im Pfarrhaus. 1858 wurde er Superintendent der Klasse Brake (bis 1874). Von Pfarrer Melm ist ein umfangreicher Schriftverkehr erhalten. 1875 wurde er seines Amtes enthoben (Vorwurf: sittliche Verfehlungen). Eine Rehabilitierung gelang nicht, Melm starb am 6. September 1881 in Lage.
  • Karl Bornebusch (1876-1888), in seiner Amtszeit wird der Friedhof am Klosterberg angelegt. Bornebusch wechselt nach Hillentrup, wo er nach nur einem Vierteljahr verstirbt. 
  • Wilhelm Hunecke (1888-1905) ist eine umfangreiche Renovierung der Klosterkirche und eine Festschrift zum 650 – jährigen Kirchenjubiläum zu verdanken. 1905 wechselt Hunecke nach Schötmar.
  • Richard Tielker (1905-1924)
  • Otto Voget (1925-1927), wechselt nach Blomberg, setzt sich später äußerst kritisch mit dem Nationalsozialismus auseinander.
  • Wilhelm Kuhlmann (1927-1930), wechselt 1930 nach Hillentrup. 
  • Erich Muthmann (1931-1937), wird nach Helpup versetzt. Auch Muthmann setzte sich kritisch mit dem Nationalsozialismus auseinander. Wie Voget und Kuhlmann gehörte er dem Coetus Reformierter Prediger in Lippe an.
  • Hans Hossius (1937-1967)  war Pfarrvikar in Falkenhagen und Wöbbel. Anfang der 30ger Jahre war er Landeskandidat in Falkenhagen. Immer wieder kommt er mit dem Nationalsozialistischen Regime in Konflikt. Immer wieder eckte er mit deutlichen Äußerungen an, am 1. Mai 1933 holte er die Hakenkreuzflagge von der Wöbbeler Kirche und auch später setzte er sich deutlich gegen die sogenannten Deutschen Christen ein. Die Falkenhagener Chronik berichtet davon, dass er seinen Konfirmanden verbot, den „deutschen Gruß“ auszusprechen und sie aufforderte stattdessen „Auf Wiedersehen“ zu sagen. 1934 wurde die Versetzung nach Alverdissen ausgesprochen, auch hier setzte er seinen gewohnten Stil fort. „Wer die Wahrheit sagt, wird heute als Störenfried  betrachtet, dann will ich gern ein Störenfried sein“ (Hans Hossius). Im Juli 1934 wird er in „Schutz“-Haft genommen (bis April 1935). Es folgten Beurlaubung, Disziplinar- und Strafverfahren. Nach Einstellung des Verfahrens (1936) wird Hans Hossius zum Studieninspektor am Wuppertaler Predigerseminar berufen. Nach knapp 2 Jahren verlässt er Wuppertal und übernimmt die Pfarrstelle in Falkenhagen (17. Oktober 1937), die er 30 Jahre lang verwaltet hat. 1942 muss Hans Hossius als Soldat in den Krieg, der für ihn mit der Gefangenschaft endet. Er kommt im September 1946 zurück nach Falkenhagen. Die Vertretungen in dieser Zeit übernahmen Kurt Scheulen, Werner Weßel, Hans – Thilo Liebe und Oskar Hammelsbeck. Hans Hossius ist ein zutiefst konservativer Theologe, der mit leidenschaftlichem Eifer allein Gott die Ehre gibt, seine Mitmenschen aber mit sehr kritischen Augen betrachtet – insbesondere, wenn sie den regelmäßigen Kirchgang vermissen lassen. Neuen Entwicklungen in der Kirche kann er sich nicht öffnen.  Am 30. Juni 1967 geht Hans Hossius in den Ruhestand.
  • Reinhold Siebe (1. Juli 1967 – 7. Mai 1983)
  • Jürgen Wieggrebe (1. Januar 1984 – 30. April 1994)
  • Gerald Klaassen (1. November 1994 – August 1996)
  • Matthias Grundmann (1. März 1997 – September 2011)
  • Dietmar Leweke (seit 1. Februar 2013)

Protestantische Pfarrer in Elbrinxen

1. Pastor Johann Schwager trat 1519 die Elbrinxer Pfarrstelle an. Seine Zeit als Pastor fiel in eine schwierige Phase. Katholisch erzogen trat er 2 Jahre nach dem Thesenanschlag die Pfarrstelle an. Es dauerte seine Zeit, bis die reformatorischen Gedanken auch in Lippe umgesetzt wurden. So wird Pastor Schwager zunächst ein katholischer Priester gewesen sein. Durch die Visitation von Antonius Corvinus in Lippe wurde eine geistliche Grundlegung der Pfarrer geschaffen. Aber die Zeit zwischen Rekatholisierung und evangelischem Profiel war schwierig. Die Chronik Elbrinxens berichtet, dass Pastor Schwager mit den Gedanken der Reformation in Berührung kam, sie aber nicht in der Gemeinde parktisch umsetzen konnte. Pastor Schwager blieb bis 1550 im Amt.

2. Hermann Gerkius war von 1550 bis 1586 Pastor in Elbrinxen. Zeitweise betreute er auch die Gemeinde in Thal.

3. Barthold Schrader (1587-1600)

4. Johann Regius war schon Pastor in Falkenhagen und übernahm die Pfarrstelle in Elbrinxen mit. Dort wirkte er 6 Jahre, danach ging er wieder zurück nach Falkenhagen.

5. Christian Enckenius war der Nachfolger Regius´ und er hatte die Gemeinde in seiner Amtszeit durch 2 Jahrzehnte des dreißigjährigen Krieges zu führen. Von ihm ist berichtet, dass er in Ketten nach Lügde gebracht und in Arrest gelegt wurde. Später (1628) wollte ihn der Paderborner Weihbischof zur  Herausgabe der Kirchschlüssel zwingen, dem kam Enckenius aber nicht nach. Die Kirche wurde gewaltsam geöffnet und wieder der katholischen Lehre zugeführt. Der katholische Priester Konrad Becker aus Lügde versorgte in dieser Zeit die Elbrinxer Kirche. Enckenius wurde stäter erneut arrestiert und fand später Exil im Braunschweigschen. 1633 konnte er wieder nach Elbrinxen zurückkehren. 1637 endete seine Tätigkeit als Pastor in Elbrinxen.

6. Johann Henrich Tack bat nach nur 2 Dienstjahren (1640) um eine andere Pfarrstelle.

7. Valentin Heckenrodt (1640-1658) versorgte bis 1647 von Schwalenberg aus auch Elbrinxen, danach zog er nach Elbrinxen. Seine Grabplatte ist an der Ostseite der Kirche zu sehen. 

8. Bruno Ludwig Pierius (1660-1684)

9. Johann Wasmuth (Wachsmuth) (1684-1691) war vorher Pfarrgehilfe in Falkenhagen und kehrte nach seiner Elbrinxer Zeit wieder nach Falkenhagen zurück. Die Wirksamkeit Wasmuths ist den Elbrinxern in guter Erinnerung geblieben.

10. Pastor Stephani (1691-1704) hat bei den Elbrinxern keine gute Erinnerungen zurückgelassen. Schon vor seiner Einführung gab es Proteste und Eingaben. Stephani konnte als Pastor aber nicht verhindert werden. Bald kam es zum Streit zwischen dem Geistlichen und der Gemeinde. 1704 wurde ihm der Gehilfe Philipp a Lehe zugewiesen, Stephani wurde seines Amtes enthoben.

11. Philipp a Lehe (1704-1706) verlor 1 Jahr nach seiner Einführung seine Frau, er selbst verstarb bereits 1706.

12. Johann Jakob Ermanius (1706-1717) galt als „zanksüchtig“ und wurde 1717 nach Haustenbeck versetzt.

13. Bartold Dietrich Streicher (1717-1719)

14. Ludolf Simon Stöcker (1719-1739) anschließend 2 Jahre Vakanzzeit.

15. Hermann Adolf Capelle (1741-1771) galt als fleißig und als guter Prediger.

16. Heinrich Wilhelm Schönfeld (1771-1804) war u.a. Lehrer in Emden, Hofprediger in Hamburg, Prediger auf einem Segelschiff, Pfarrer in Blomberg und Detmold. Seit 1796 wurde er altersbedingt von einem Pfarrgehilfen unterstüzt. 1804 ging er mit 81 Jahren in den Ruhestand.

17. Herman Konrad Steneberg war der letzte Gehilfe von Pastor Schönfeld und blieb 25 Jahre lang im Amt. Anschließend 1 Jahr Vakanz.

18. Philip Heinrich Gerhard Pandes blieb bis 1849 Pastor in Elbrinxen.

19. Ludwig Merckel (1849-1845)

20. Christian Hildebrand (1845-1848) wurde wegen „unsittlichen Verhaltens“ des Amtes enthoben und wanderte nach Amerika aus.

21. Ernst Sturhahn (1848-1877)

22. Gustav Otto Krecke (1878-1897) kam nach über 30 – jähriger Dienstzeit in Augustdorf aus der Senne nach Elbrinxen.

23. Heinrich Blome (1897-1904)

24. Friedrich Reichardt (1904-1907)

25. Wilhelm Butterweck (1907-1908)

26. Heinrich Finke (1908-1926)

27. Erich Stiewe (1926 als Vikar, ab September 1926 als Psator bis 1937)

28. Werner Weßel, Pastor in Elbrinxen von 1937-1950

29. Werner Waldhecker, Pastor in Elbrinxen von 1950 bis 1964

anschließend: Vakanzzeit

30. Gottfried Wehr kam am 1. Dezember 1966 als Vikar, wurde im Herbst 1967 in das Pfarramt eingeführt und bekam im Oktober 1971 das Amt des Superintendenten der Klasse Blomberg übertragen. Pastor Wehr blieb bis zum 7. Januar 1977 in Elbrinxen.

31. Thomas Frevert, Pastor von 1977 bis 1984.

32. Susanne Günther-Heimbucher, Pastorin in Elbrinxen von November 1984 bis Oktober 1986

33. Erhard Beckmann, Pastor in Elbrinxen von November 1986 bis Dezember 2011

34. Seit dem 1. Februar 2013 ist Pastor Dietmar Leweke Pfarrer der verbundenen Pfarrstelle Elbrinxen und Falkenhagen, seit dem 1. Januar 2021 ist er Pfarrer der fusionierten Gemeinde Elbrinxen-Falkenhagen.