Wie geht es weiter?


Es hat sich herumgesprochen: Mit dem kommenden März geht meine Dienstzeit zu Ende. Nach dem 31.3.2027 beginnt mein Ruhestand. Das ist einer der wenigen festen Fakten, die wir im Moment weitergeben können. Zudem werden auch die Pfarrerinnen Ostarek und Noltensmeier im Laufe des kommenden Jahres in den Ruhestand eintreten. Viele der amtierenden Pfarrerinnen und Pfarrer werden in den nächsten Jahren altersbedingt folgen. Das ist eine Situation, die zunächst den gesamten südöstlichen Bereich Lippes und in der Folge immer mehr Gemeinden vor Herausforderungen stellen wird.

Nicht nur in den Gemeinden, sondern auch in der Lippischen Landeskirche befinden wir uns in einer Zeit voller Umbrüche. Die zukünftigen Entwicklungen, können wir nur prognostizieren. Absehbar ist: Die Zahlen der Gemeindeglieder werden weiterhin sinken – ebenso wie die Gelder, die durch die Kirchensteuer hereinkommen. Das bedeutet, dass auch der Pfarrstellenhaushalt der Landeskirche überdacht werden muss. Im Klartext: Weniger Gemeindeglieder, weniger Geld, weniger Pfarrstellen.

In der Lippischen Landeskirche stehen weitgehende Strukturveränderungen und Sparmaßnahmen an. Noch haben wir an der Spitze der Landeskirche mit dem Landessuperintendenten / der Landessuperintendentin eine sehr bedeutsame vakante Stelle, über die frühestens im Herbst entschieden werden kann. Viele Prozesse laufen derzeit an, wir wissen noch nicht, wie sie sich auswirken werden. Die „Klassen“ (so etwas wie Kirchenkreise) sollen verändert werden – aus den derzeit vier reformierten und einer lutherischen Klasse soll eine geringere Anzahl von Klassen entstehen. Aus dem Verhältnis eine Pfarrperson auf 2.500 Gemeindeglieder wird zukünftig sicher ein ungünstigeres Verhältnis mit einer deutlich höheren Anzahl von Gemeindegliedern pro Pfarrstelle. Nicht jeder Ort wird damit eine eigene Pfarrstelle haben – erst recht keine 100 Prozent-Stelle. Die Pfarrstelle in Elbrinxen-Falkenhagen würde, wenn sie schnell besetzt werden sollte, nach derzeitigem Stand nur noch einen Stellenumfang von maximal 75 Prozent haben. Wird der Stellenschlüssel verändert, wird auch der Stellenumfang der Gemeinde weiter sinken.

In vielen Bereichen der Landeskirche wird definitiv gespart werden müssen, das werden auch die Gemeinden spüren. Viele Wege laufen auf eine zukünftige regionale Zusammenarbeit hin. Schon seit einiger Zeit stehen wir in einem engeren Kontakt mit den Gemeinden in Schwalenberg und Schieder. Hier könnte sich eine regionale Zusammenarbeit ergeben. Aber noch ist zu vieles im Unsicherheitsbereich, um Zukunftsprognosen zu geben. 

Eine Entwicklung deutet sich jedenfalls positiv. Die ehemalige ev. Kirchengemeinde Lügde, inzwischen mit anderen Gemeinden zur Ev. Kirchengemeinde Emmer- Nethe fusioniert, möchte zukünftig aus der westfälischen Kirche ausscheiden und der Lippischen Landeskirche zugeführt werden. Sollte dieser Prozess erfolgreich verlaufen, könnte die ehemalige Lügder Gemeinde der Kirchengemeinde Elbrinxen-Falkenhagen angegliedert werden. Eine Gemeindeversammlung in Lügde verlief vielversprechend. Entscheidend werden die Voten der Synoden der westfälischen Landeskirche und der Lippischen Landeskirche sein.

Wie auch immer sich die Situation gestalten wird, die pastoralen Aufgaben werden eine Zeitlang vertretungsweise erfolgen, möglicherweise wird durch eine Angliederung von Lügde die Situation etwas entspannter. Die Pfarrerinnen und Pfarrer der Klasse Ost werden jedenfalls hilfreich zur Seite stehen. Wie das im Einzelnen aussehen wird, kann heute noch niemand sagen. Sobald sich Klärungen ergeben, werden wir sie schnell an die Gemeinde weitergeben.

Dietmar Leweke